Es gibt Momente in der Geschichte der BLUME., die so lebhaft sind, dass man sie sich wie Filmszenen vorstellen kann. Eine davon spielt in den Jahren 1642 bis 1644 – mit einem charismatischen Grafen, einer jungen Wirtstochter und einem Badehaus, das plötzlich im Zentrum eines städtischen Aufruhrs stand.
Der Gast, der damals für Wirbel sorgte, war Peter Melander, Graf von Holzappel. Ein Mann, der im Dreissigjährigen Krieg Karriere gemacht hatte, bekannt für taktisches Geschick, Einfluss und ein nicht ganz unkompliziertes Temperament. Als er eine Pause vom Krieg einlegte, suchte er sich einen Ort, an dem man sich erholen, verhandeln und gesehen werden konnte – und fand ihn in den Badener Bädern. Besonders oft sah man ihn in der BLUME.
Dort begegnete er der Tochter des Wirts der BLUME. Jung, selbstbewusst, mitten im lebendigen Alltag des Badgasthauses – und offenbar jemand, der die Aufmerksamkeit des Grafen auf den ersten Blick fesselte. Zwischen den beiden entstand eine Nähe, die für damalige Verhältnisse schnell als «zu viel» galt.
Was als Flirt begann, wurde rasch zum öffentlichen Thema. Die Behörden reagierten alarmiert:
- Die Wirtstochter durfte nachts das Haus nicht mehr verlassen.
- Dem Grafen wurde das Baden verboten.
- Der BLUME. wurde untersagt, ihn nochmals als Gast aufzunehmen.
Doch Melander war nicht der Typ, der sich belehren liess. Er kehrte zurück. Wieder und wieder! Die Begegnungen gingen weiter – trotz Verboten, Drohungen und Bussen. Mehrfach griff der Stadtrat ein, verhängte Strafen und erliess neue Verbote. Am Ende musste die junge Frau sogar Baden verlassen, um den Skandal zu beruhigen. Für die Stadt war die Sache erledigt – für die Chroniken blieb sie unvergessen.
Heute wirkt diese Episode wie ein Blick hinter die Kulissen einer Zeit, in der Baden ein europäischer Treffpunkt war: politisch, gesellschaftlich und menschlich. Die BLUME. war mittendrin – ein Haus, das seit jeher Begegnungen ermöglicht, Geschichten sammelt und in seiner langen Historie immer wieder Schauplatz aussergewöhnlicher Momente wurde.
Und manche dieser Momente – wie jener zwischen dem Grafen und der Wirtstochter – erzählen bis heute davon, dass die BLUME. schon immer ein Ort war, an dem das Leben ein wenig leidenschaftlicher spielte als anderswo. 😉













