Wer heute in der BLUME. ein warmes Wannenbad geniesst, ahnt kaum, wie lang und abwechslungsreich die Geschichte dahinter ist. Seit über 600 Jahren spielt das Thermalwasser in unserem Haus eine zentrale Rolle – und die Art, wie hier gebadet wurde, erzählt viel über die Zeit, die Menschen und die Entwicklung der Bäderstadt Baden.
Gemeinschaft statt Privatsphäre – die frühen Badstuben
Im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit war Baden ein internationaler Kurort. Menschen aus der ganzen Schweiz, aus Deutschland, Frankreich und Italien reisten an, um in den berühmten Quellen zu baden. Damals hatten Gasthäuser wie die BLUME. grosse gemeinsame Becken, oft direkt im Hauptgebäude oder im sogenannten Badstadel.
Hier sass man nicht allein: Man badete nebeneinander, sprach über Politik, Handel, Krankheiten oder Klatsch – die Badestuben waren Treffpunkt, Therapieraum und sozialer Knotenpunkt zugleich. Privatsphäre? Fehlanzeige. Aber dafür wurden Beziehungen geknüpft, Verträge ausgehandelt und manchmal sogar Ehen angebahnt.
17.–18. Jahrhundert: Die Zeit der Kurgesellschaft
Je bedeutender Baden wurde, desto mehr Bäder entstanden. Die historischen Pläne und Akten zeigen, dass die BLUME. zeitweise mehrere Becken parallel betrieb. Dazu gehörten:
- grosse Kurbäder für Gruppen,
- kleinere Becken für längere medizinische Anwendungen,
- spezielle «Frauenbäder», die exklusiv für weibliche Gäste reserviert waren.
Das Thermalwasser sprudelte damals ununterbrochen – heiss, mineralreich und direkt aus dem «Grossen Heissen Stein». Vieles davon wurde von Hand transportiert, mit Holzleitungen umgelenkt oder in Becken geleitet, die man heute nur noch aus Zeichnungen kennt.
19. Jahrhundert: Umbauten und der Weg zur Moderne
Mit dem zunehmenden Tourismus und der wachsenden Nachfrage nach Komfort begann eine neue Phase. Die BLUME. wurde mehrfach umgebaut, erweitert und modernisiert.
In dieser Zeit entstanden private Kabinenbäder, die Gäste individuell nutzen konnten – ein Luxus, der Baden in der ganzen Schweiz bekannt machte. Alte Beschreibungen berichten von «hölzernen Wannen», gefüllt mit frischem Thermalwasser, das direkt aus der Quelle in Kanälen hergeleitet wurde.
Auch die Anzahl der Bäder veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder – mal wurden neue gebaut, mal wurden sie verlegt, mal abgerissen und ersetzt. Sicher ist: Die BLUME. hatte über die Jahrhunderte deutlich mehr Bäder, als heute sichtbar sind.
Heute: Privates Thermalbaden mit Geschichte
Der grösste Wandel erfolgte im 20. Jahrhundert: Die grossen historischen Becken verschwanden nach und nach, neue Normen und moderne Wünsche veränderten die Bäderlandschaft.
Heute fliesst das Thermalwasser in der BLUME. in private Wannenbäder – wohltuend warm, mineralreich und so ursprünglich wie vor Jahrhunderten, nur viel entspannter und intimer.
Ein grosser Schritt von den lebhaften, gemeinschaftlichen Becken des Mittelalters zu den ruhigen, persönlichen Ritualen unserer Gäste heute.
Was bleibt von 600 Jahren Badekultur?
Viel mehr, als man sieht:
- die Lage des Hauses direkt im Herzen des Bäderquartiers,
- die Nähe zur Quelle,
- die Tradition der Regeneration,
- und das Bewusstsein, dass Menschen seit Jahrhunderten hierherkommen, um zur Ruhe zu finden.
Wenn man heute die Türe zum privaten Wannenbad schliesst, spürt man ein kleines Stück dieser Geschichte – und vielleicht auch ein Echo der vielen Stimmen, die über die Jahrhunderte hinweg in der BLUME. entspannt, diskutiert, gelacht und gelebt haben.













